Cheikh Niass

WIR:KWT 2026 „mit:welten“ 21.08-06.09.2026
„WIR sind viele Welten unter ein und demselben Himmel“ – ein Plädoyer für Menschlichkeit und Toleranz

ZEIT UND BEWEGUNG Acryl auf Leinwand, 140 x 300 cm, 2024

Zeit und Bewegung sucht die Zeit nicht. Sie öffnet sie.
Das Werk stellt Bewegung nicht dar: Es bringt sie hervor. Im bildnerischen Raum wird die Geste zur Dauer, die Farbe zum Intervall, die Spur zur Erinnerung.
Das monumentale Format von 140 x 300 cm ist ein Körper. Die Leinwand ist kein Dekor, sie ist Territorium. Der Betrachter steht nicht mehr davor, er ist darin. Er durchquert sie. Der Maßstab kippt den Blick: Sehen wird Gehen, Betrachten wird Wohnen.
Ein Himmelsblau löst sich in Gelb auf, wie die Dämmerung, die Nacht trinkt. Im Herzen dieser Spannung bricht ein oranger, quadratischer Fleck auf: eine starrsinnige Rose inmitten von Vegetation. Sie schwebt nicht. Sie beharrt. Ihre Geometrie bricht das Organische auf. Ihr chromatisches Feuer verbrennt den Grund.
Der Spachtel ritzt eine rosafarbene Spur. Es ist kein Zusatz. Es ist eine Sedimentation der Zeit. Jeder Durchgang ist Schicht. Jede Geste ist Archiv. Die Grenzen werden nuanciert, verschmelzen, stimmen sich bisweilen durch die sanfte Gewalt der Komplementärkontraste aufeinander ein. Der Konflikt gibt nicht nach. Er wird Gleichgewicht.

Cheikh Niass
Geboren im Senegal, lebt und arbeitet Cheikh Niass heute im niederösterreichischen Tulln. Seine bevorzugte Ausdrucksweise ist die Installation. Kombiniert mit Malerei schafft er farbenintensive Zyklen. „Migration“ ist eine Auseinandersetzung mit der Überlebenskunst und der Kooperationsbereitschaft zwischen Menschen sowie Teil einer Serie von Vogelinstallationen. Die bunten Vögel symbolisieren Träume und Freiheit. www.flickr.com/cheikhniass


POP-UP Galerie 4. März bis 5. April 2026

Arte Povera – Malerei von Cheikh Niass

Cheikh Niass arbeitet mit „armen“ Materialien wie Jute, Papier, Spachtel. Die Acrylfarben sind zwar nicht „arm“ (wegen der Leuchtkraft) aber wegen ihrer Charakterlosigkeit/Universalität dann doch wieder. Ich empfinde sie als Kunststoffhaut+Wasser.
„Arte Povera“ auch in der Zugangsweise. Mit Bescheidenheit, Großzügigkeit, der Akzeptanz des Materiellen, seriell, ohne etwas „Besonderes“ oder „Bedeutungsvolles“ herstellen zu wollen, gelingt es dem Künstler durch die Gitter leuchtende kostbare Farbe hervorscheinen zu lassen und starke, einfache Formen, die erscheinen und halten.
Künstlerischer Ausdruck, die vielgesuchte Spiritualität, das ist Cheikh Niass gelungen. Danke dafür!
(Text von Verena Crow)

WIR:KWT 2025 „vom glücklichen Zufall“